Originalbeitrag
29. September 2011


Obama lieferte Israel Bunkerknacker

von Otfried Nassauer


 Heimlich, still und leise erfüllte U.S.-Präsident Barack Obama dem israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu Ende 2009/Anfang 2010 einen lange gehegten Wunsch. Der Israeli bekam, was er sich schon von Obamas Vorgänger, George W. Bush gefordert hatte: 55 ganz besondere Bomben. Die Waffen vom Typ GBU-28 wiegen fast 2,3 Tonnen, haben eine moderne Präszisionslenkung und eine ganz besondere Eigenschaft. Sie können angeblich mehr als sechs Meter Stahlbeton oder 30 Meter Erde und Geröll durchdringen, bevor sie mit der ungeheuren Wucht von bist zu mehr als 500 Kilogramm hochexpolosiven Tritonals detonieren. Es sind ideale Bunkerknacker. 

Ein Diplomatenbericht über das 40. Treffen der amerikanisch-israelischen Gemeinsamen Politisch-Militärischen Gruppe vom 18. November 2009, der Wikileaks zugespielt wurde, berichtet über die „bevorstehende Auslieferung von bunkerbrechenden Bomben des Typs GBU-28“an Israel. Diese solle „stillschweigend erfolgen, um Vorwürfen aus dem Weg zu gehen, die Regierung der USA helfe Israel, sich auf einen Angriff gegen den Iran vorzubereiten.“

Die Lieferung Obamas birgt in der Tat politische und militärische Risiken. Bewaffnet Israel seine Jagdbomber vom Typ F-15I – die modernste Version der amerikanischen F-15E Strike Eagle – mit diesen Bomben, so ist ein Angriff auf verbunkerte unterirdische Nuklearanlagen des Irans viel erfolgversprechender als mit herkömmlicher Munition. Netanjahu hat nie einen Hehl daraus gemacht, warum er solche Waffen haben wollte. Bereits zweimal - im Irak 1980 und in Syrien 2007 - entschied sich Israel für einen überraschenden Präventivschlag gegen Nuklearanlagen in anderen Staaten des Nahen Ostens.

ist freier Journalist und leitet das Berliner Informationszentrum für Transatlantische Sicherheit - BITS